Aus der Vergangenheit des Reit- und Fahrvereins „Lützow“-Schuckenbaum

Wie es begann: 1927- 1945

Die Wurzeln des Reitervereins ,,Lützow"-Schuckenbaum reichen zurück in die Zeit der Husaren-Regimenter des ersten Weltkrieges. So hatte auch der Begründer unseres Reitervereins, Wilhelm Brand sen., bei den Paderborner Husaren gedient. Es ging darum, die mit der Reiterei verbundenen Tugenden der damaligen Zeit, wie Mut, Disziplin und Kameradschaft der jüngeren Generation weiterzugeben. Die Reitervereinsgründungen nach dem ersten Weltkrieg wurden auch öffentlich befürwortet, weil man hoffte, damit die Bestimmungen des Versailler Vertrages mit der Begrenzung auf ein 100.000 Mann Heer, soweit es die Kavallerie anging, zu umgehen. So gab es in Lippe auch einige Kavallerievereine, wie die in Schötmar und Bad Meinberg.

Bei der Gründung unseres Vereines war dagegen offensichtlich die Absicht, das in der Lopshorner Reitschule Gelernte im eigenen Verein weiter fortzuführen. Daher darf als zweite Wurzel unseres Vereins die Reitschule in Lopshorn angesehen werden. In ein- bis dreimonatigen Lehrgängen wurden den uniformierten Schülern neben Reit- und Fahrkenntnissen auch der Umgang, die Pflege, die Wartung und Behandlung von Pferden vermittelt. Viele der jüngeren Mitbegründer unseres Vereins hatten einen solchen Lehrgang mit gemacht.

1927 hatte Wilhelm Brand sen. aus Ehrdissen unseren Zucht- Reit und Fahrverein zusammen mit seinen landwirtschaftlichen Nachbarn, unter besonderer Unterstützung von Georg Hohmann sen., gegründet. Der Verein wurde nach dem Freischarführer der Befreiungskriege gegen Napoleon, Adolf von Lützow (1782-1834) genannt.

1931 erhielt unser Reitverein anlässlich eines großen Turniers in Bad Meinberg Standarte (damals Banner genannt). Unsere Standarte zeigt auf der Rückseite den preußischen Adler. Sie entspricht der von König Friedrich Wilhelm IV von Preußen gestifteten Kavallerie-Standarte. Diese Standarte wurde von 1860 bis 1888 an alle Neuaufstellungen von Kavallerie-Regimenter verliehen, so auch dem Husaren-Regiment in Paderborn, bei dem unser Gründungspräsident Wilhelm Brand sen. gedient.

1933 wurden jedoch unsere aktiven Reiter zwangsweise in die SA-Reiterstaffel überführt. Dies war zugleich das Ende des noch jungen Vereins.

 

Die Neugründung nach dem Krieg und die folgende Zeit bis 1973



Nachdem die Vereinsarbeit während der nationalsozialistischen Zeit unterbrochen war, begann Wilhelm Brand jedoch schon 1946 wieder mit dem Reitunterricht. Die Neugründung des Vereins erfolgte später, 1948.

Die Erfolge blieben nicht aus. Bereits am 8. Juni 1948 erhielt die sog. Vetternmannschaft auf dem ersten Nachkriegsturnier in Lockhausen den ersten Mannschaftspreis. 1950 war wohl das erfolgreichste Jahr dieser Zeit: 19 erste, 10 zweite und 7 dritte Platzierungen wurden erritten bzw. gefahren, beachtlich für den noch kleinen Verein.

Im Mai 1950 wurde mit dem Reiterverein Ziethen-Werl-Lockhausen ein gemeinsames Turnier durchgeführt. Diese Zusammenarbeit setzte sich fort, in dem 1951 die Turniergemeinschaft Siekkrug von den Vereinen Lopshorn-Lage, Ziethen-Werl-Lochkausen und ,,Lützow"-Schuckenbaum gegründet wurde. Es galt, gemeinsam in Westlippe große ländliche Turniere (2-mal jährlich) zu organisieren, zumal auf den leichten Böden am Siekkrug ideale Bedingungen für Dressur- Spring- und Geländeprüfungen gegeben waren. Die Vielseitigkeitsprüfungen standen im Laufe der Zeit immer mehr im Vordergrund der Veranstaltungen. Höhepunkt der vom Turnierleiter Friedel Breder durchgeführten Turniere war neben mehreren Westfalenmeisterschaften, Olympia- Vorbereitungsprüfungen, zwei deutsche Meisterschaften und die europäischen Meisterschaften für Junioren 1976 mit zahlreichen prominenten Zuschauern, darunter dem Bundesminister des Innern Maihofer und dem westfälischen Landwirtschaftsminister Deneke. Nach genau 50 Jahren ist die Turniergemeinschaft Siekkrug im Jahr 2001 leider eingegangen.

Zurück zum Reiterverein ,,Lützow"-Schuckenbaum in den 50-iger Jahren. 1952 konnte der Reiterverein sein 25 jähriges Jubiläum mit einem großen Geländerritt feiern.

1957 wurde das 30-jährige Jubiläum im Rahmen eines Reiterballes bei Vinnen in Schuckenbaum gefeiert.

Am 3. Oktober 1959 fand eine außergewöhnliche Schnitzeljagd zu Pferde statt. In dieser Zeit machte auch das Vereinsmitglied Eckard Gronemeyer dem Vorstand den Vorschlag, das damals noch unbekannte Voltigieren einzuführen. Von einem Nachbarn wurde die Trakehner Stute Pußta gepachtet. Voltigiert wurde in der Scheune bei Brands. In Kürze hatten sich fast 30 Teilnehmer eingefunden, die mitmachen wollten.

1967 wurde das 40jährige Jubiläum im Rahmen des Siekkrugturnieres gefeiert. Da es sich Wilhelm Brand zur Aufgabe gemacht hatte, besonders die Jugend zu fordern, veranstaltete der Verein 1969 die Landesverbandsjugendjagd in Schuckenbaum und Umgebung.

In der Zwischenzeit wurde auch das Voltigierpferd gekauft. Es erlahmte jedoch 1969 so stark, dass der Verein sich von ihr trennen musste. Dies war leider auch das Ende der Voltigiergruppe. Insgesamt trat ab 1970 eine Krise ein: Die Zahl der aktiven jugendlichen Reiter war auf vier Reiter zusammengeschrumpft.

Zudem starb am 16. April 1973 völlig unerwartet der erste Vorsitzende des Vereins in seinem Pferdestall, als er einer fohlenden Stute helfen wollte.

 

Die Wiederbelebung seit 1973


Das Reitinteresse hatte stark nachgelassen, während zugleich die städtischen Nachbarvereine dank attraktiver Reitanlagen und Reitmöglichkeiten großen Zulauf hatten. In dieser Situation wurde ernsthaft überlegt, ob es nicht sinnvoller sei, sich einem Nachbarverein anzuschließen. Wenn es dazu nicht kam, dann verdankt der Verein dies im Wesentlichen den folgenden Überlegungen: Zunächst stieß der Gedanke des Anschlusses an einen anderen Verein auf Widerstand eines Teiles der älteren Generation; dann baten die Aktiven der Turniergemeinschaft Siekkrug, an ihrer Spitze der Turnierleiter Friedel Breder, auch in Zukunft der Turniergemeinschaft Siekkrug als dritter Verein zur Verfügung zu stehen. Der Optimismus von Rudi Hachmeister, besonders aber von Friederike Friedrichsmeier, der Tochter des verstorbenen Vorsitzenden, ihre Kinder im eigenen Verein wieder reiten und voltigieren zu lassen, waren schließlich ausschlaggebend, den Reiterverein wieder neu aufzubauen.

Am 6. Dezember 1973 wurde ein neuer Vorstand gewählt und am 9.März 1974 erfolgte die Neugründung einer Voltigiergruppe, die zunächst in Bad Salzuflen voltigierte. Ab November desselben Jahres wurde die Voltigiergruppe nach dem Erwerb des Voltigierpferdes Koralle von Friederike Friedrichsmeier in Ehrdissen geleitet.

Am 1.Oktober 1975 folgte die Aufstellung einer Jugendreitergruppe unter der Leitung von Christine Meyer zu Hartum, geb. Brand. Die Mitgliederzahl des Vereins stieg erstaunlicherweise schnell an: Waren es Anfang 1974 nur 49 so hatte der Verein 1977 schon 177 Mitglieder.

Auf Anregung unseres Mitgliedes, des Tierarztes Niehage aus Leopoldshöhe, wurde 1974 erstmals wieder ein Reiterball veranstaltet.

Im Oktober 1975 gab es zwar keine Reitjagd, aber doch einen ebenso interessanten Herbstausritt.

1977 war ein besonderer Höhepunkt unseres Vereinslebens. Wir hatten das 50jährige Jubiläum zu begehen. Dazu hatten wir uns vorgenommen, das lippische Landesverbandsjugendturnier zu übernehmen. Auf dem Stoppelfeld südlich des Hofes Brand wurde ein Turnierplatz angelegt. Da das Wetter mitmachte, war die Veranstaltung ein großer Erfolg. Nach diesem Jubiläum war unser Verein in seiner Existenz nicht mehr gefährdet.

Was fehlte war eine Reithalle. 1977 wurde daher ein Bauausschuss gebildet. Nach der Planung durch den Architekten wurde eine Bauvoranfrage beim Bauamt eingereicht, aber die Baubehörde stellte erhebliche Änderungswünsche. Zum Glück konnten diese Wünsche des Bauamtes korrigiert werden. Die erste Firma, die die Reithalle bauen sollte, ging jedoch Konkurs. Trotzdem konnte die Reithalle schließlich 1979/80 gebaut werden.

1980 fand dann die große Einweihung in Anwesenheit des westfälischen landwirtschaftlichen Stattssekretärs, Dr. Ebert aus Detmold statt. In diesem Jahr wurde auch das erste Reithallenturnier durchgeführt, das danach in ununterbrochener Reihe bis heute jedes Jahr stattfand.

Ende der 80-ger Jahre stieg die Zahl der Vereinsmitglieder auf fast 400 an. In der Folgezeit erfuhr auch die Voltigierabteilung neue Impulse. Erstmals wurden die lippischen Volti-Meisterschaften durchgeführt. Ein besonderer Höhepunkt für die Voltigierer war die 1984 von ihr organisierte Reise nach Kalifornien, USA.

1987 und 1990 waren wieder Jubiläumsveranstaltungen zu organisieren: 1987 das 60-jährige Jubiläum und 1990 das 10-jährige Reithallenjubiläum.

1991 wurde der große Reitplatz gebaut. Damit erfolgte eine Entlastung der Belegung der alten Reithalle, zudem war der Reitplatz ideal als Abreiteplatz zu den Turnieren geeignet.

1997 wurde das 70-jährige Jubiläum in der Reithalle gefeiert.

Unter der Regie von unserem Vorsitzenden Gerd Niemann wurden ab 1998 die reiterlichen Aktivitäten erfolgreich fortgesetzt: Jährliche Hallenturniere im Frühjahr, Reitertage mit Gemeindemeisterschaften im Oktober, Volti-Turniere, Weihnachtsreiten, Neujahrsspringen und gemeinsame Fahrten zu größeren Turnieren.

Ein besonderes Ereignis war die Pachtung der von Friedrichsmeier erbaute zweite Reithalle. Am 19.8.2000 wurde sie dem Reiterverein übergeben. Damit ist eine erwünschte Entlastung der alten Reithalle gegeben. Auch den Turnieren kommt die Halle zugute.

In der Folgezeit kamen eine Freilaufführanlage für vier Pferde, die im Jahr 2006 erbaute Longierhalle und drei Winterpaddocks hinzu.

Im Jahr 2007 zählte der Verein 405Mitglieder, diese Zahl stieg zum Jahr 2008 auf 429Mitglieder an, unter denen sich ca. 200Jugendliche befanden.
 
Anfang 2009 zählt unser Reitverein 407Mitglieder, von denen ca. 180 Jugendliche sind.

News

Schuckenbaum II unter den TOP 25 M-Gruppen Deutschlands

Wir gratulieren unseren Voltigierern zu ihrem Erfolg auf dem Deutschen Voltigierpokal 2017. Sie landeten auf dem 4. Platz in der ersten Abteilung und zeigten trotz einer sehr weiten Anreise trotzdem eine gute Leistung. Trainer und Mannschaft kehrten zufrieden in den heimischen Stall zurück. Sie können stolz sein, dass sie unter den Top 25 Voltigiergruppen Deutschlands gehören. 

 

Unsere Voltigierer tragen die Westfalen zum 2. Platz

Am vergangenen Wochenende vertraten unsere Voltigerer der zweiten Mannschaft den Landesverband Westfalen auf dem 5-Länder Vergleichswettkampf und plazierten sich auf dem 5. Platz gegen eine starke Konkurenz und verhalfen dem Landesverband Westfalen bei Platz 2.

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Team Bob qualifiziert sich für die deutsche Meisterschaft der M-Gruppen

Der Deutsche Voltigierpokal der M-Gruppen und Doppelvoltigierer findet vom 13.-15.10.2017 in Niebüll statt und das Team Bob, die zweite Voltigiermannschaft unseres Vereins, hat sich für dieses Turnier qualifizieren können. Nachdem Sie bereits vom Landesverband für den 5-LVWK in Heiligenwald qualifizieren wurden ( LINK), freuen Sie sich um so mehr auch nach Niebüll zu fahren.

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„Schuckenbäumer Outdoors“ am 16.-17.09.2017

40 Jahre nach dem letzten Turnier unter freiem Himmel, dem Lippischen Landesverbandsjugendturnier 1977, findet nun am 16.-17.09.2017 erstmalig wieder ein Open Air Turnier auf der Reitanlage der Familie Friedrichsmeier an der Eckendorfer Straße 74 in Leopoldshöhe statt.

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Erfolg bei den Lippischen Meisterschaften im Springen

Weiterer Erfolg bei den Lippischen Meisterschaften - dieses Mal im Springen Nach dem erfolgreichen Abschneiden unserer Dressurdamen in Dörentrup und der Ausbeute von einem Meistertitel und zwei Vizemeistern, konnte sich am letzten Augustwochende unser Springtrainer Bernd Balzereit auf seinem Pferd Lait Night den Titel des lippischen Viezemeisters im Springen der LK 1-4 sichern.

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